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Bienendoktor®

Bienengesundheitsdienst setzt auf Vorbeugung - So halten Sie ihre Bienenvölker vital und leistungsfähig

Bienengesundheit
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Wie Imker Bienenkrankheiten am besten vorbeugen und wann Tierärzte zur Seite stehen müssen, erläutert der folgende Beitrag.



Ausreichend Futter und frischer Wabenbau sind die Basis für gesunde Bienenvölker. Möglichst wenig Störung des Organismus Biene durch imkerliche Eingriffe fördert die Lebenskraft, denn jede Aktion im und ins Volk bedeutet für den Bienenstaat eine extreme Stresssituation. Stress als Belastungsfaktor kann den Ausbruch latenter Infektionen fördern und die Bereitschaft für Erkrankung erhöhen. Die Propolisverwendung, ein überlebenswichtiger Naturinstinkt, ist die Eigenleistung unserer Bienen und geht Hand in Hand mit einem guten Hygieneverhalten der Tierchen.


Natürliche Abwehrmechanismen

Die Bienen besitzen von Natur aus viele Abwehrmechanismen, die „Krankheiten“ und mögliche Erreger hintanhalten. Zu den natürlichen Abwehrmechanismen zählt die Regenerationsfähigkeit der Biene, belegt durch den „Bienenumsatz“, das Schwärmen. Beim Schwärmen wird alter Wabenbau zurückgelassen und die Natur gibt einen Brutstopp vor. Natürliche Abwehrmechanismen sind zum Beispiel auch das Abkoten im Freien und die Bildung von körpereigenen Abwehrstoffen. Durch bienengerechte Völkerführung, Ausschalten von Belastungsfaktoren, der Selektion widerstandsfähiger Völker und dem weitgehenden Verzicht auf Medikamente kann der Imker die Krankheitsabwehr der Bienenvölker stärken. Vorbeugender Medikamenteneinsatz ist jedenfalls abzulehnen.


Bienengesundheitsdienst

Der „Bienengesundheitsdienst“ tritt bei Störung und Krankheit der Bienen in Erscheinung. Erste Ansprechpartner sind meist die durch die Bienenzuchtvereine bestellten Gesundheitswarte. Amtlich bestellte Sachverständige gemäß Paragraf fünf Bienenseuchengesetz stehen den Tierärzten und letztinstanzlich den Amtstierärzten bei veterinärpolizeilichen Maßnahmen im Krankheitsfall zur Seite.


Anzeigepflichtige Krankheiten

Zu den anzeigepflichtigen Krankheiten nach dem Bienenseuchengesetz zählen insbesonders die Amerikanische Faulbrut, der Befall mit dem kleinen Bienenstockkäfer, der Befall mit der Tropilaelapsmilbe und die Varroose bei seuchenhaften Auftreten. Während die Sanierungsmaßnahmen nach Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut in die Agenden der Amtstierärzte fallen, kann gerade bei der Varroabehandlung und Schadensbegrenzung oder Hintanhaltung im Bereich der Varroaschädigung viel vom Imker und vom beratenden Tierarzt im Bereich des „Bienengesundheitsdienstes“ getan werden.

Gute Völkerführung und betriebsangepasste Varroabehandlung helfen trotz dieses Bienenparasiten mit gesunden Bienenvölkern zu imkern. Tierärztliche Beratungen über erlaubte Bekämpfungsmittel, Anwendungsapplikationen und konkrete Hilfestellung im Problemfall sind billiger als Volk- oder ganze Standverluste. Die Varroabefallkontrolle und Diagnostik hilft Unterschiede in der Varroatoleranz- und akzeptanz festzustellen. Die für Wanderimker und Züchter in einigen Bundesländern obligatorisch vorgeschriebenen Futterkranzuntersuchungen auf Faulbrutsporen als Voraussetzung der entsprechenden Bewilligungen zur Bienenwanderung und Zuchtberechtigung sollten von allen Imkern als eine Art „Vorsorgeuntersuchung“ in Betracht gezogen werden.

Unbstritten ist die Wichtigkeit und Bedeutung unserer Bienen für Umwelt, Natur und Wirtschaft und es hat daher die Bienengesundheit in unser aller Interesse oberste Priorität.

Bienendoktor®

(Beitrag übernommen aus 03/2008)

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